Es darf etwas mehr sein
Die Vereine sehen die Liga nach der Umstellung auf zwei Gruppen auf dem richtigen Weg.
Zwar sind es noch mehrere Monate bis zum Start in die neue Ringer-Bundesliga, doch laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Am 31. Mai hört das Wechselkarussell auf sich zu drehen. Spätestens dann müssen die Teams komplett sein.
Erst vor wenigen Wochen zogen die DRB-Verantwortlichen die Reißleine, nach den Mannschaftsrückzügen des KSV Ketsch, des TSV Dewangen, sowie des "Bundesliga-Dinos" KSV Witten, wurde kurzfristig eine Reduzierung von drei- auf zwei Erstligastaffeln beschlossen. Zudem wurde der Türkische RV Berlin in die höchste Landesklasse zurückgestuft, die Hauptstädter hatten offene Forderungen des DRB nicht beglichen und auch den Meldetermin für die 1. Bundesliga verstreichen lassen. Nach vielen Diskussionen wurden die beiden Staffeln in Ost- und Westgruppe eingeteilt, wobei die bayrischen Teams in den Osten rücken, wo mit dem ASV Hof und dem AC Lichtenfels im vergangenen Jahr ohnehin schon zwei fränkische Teams vertreten waren.
Der ASV Hof startet am 29. August beim RV Thalheim. Das erste Zeigen vor eigener Kulisse steigt am 2. Kampftag vor eigener Kulisse gegen den SC Anger, Nachbar AVG 06 Markneukirchen empfängt den SV Wacker Burghausen zum Heimauftakt. Am 10. Oktober empfängt der ASV Hof die Musikstädter.
Bei den Neuverpflichtungen hält man sich bei allen drei Erstbundesligisten noch bedeckt. Beim ASV Hof drang die Nachricht über die Verpflichtung des Tschechen Marek Svec (96 kg/120 kg/GR) nach außen, während sich die Musikstädter Florian Rau (74 kg/FR) vom RSK Gelenau, sowie Mario Koch (60 kg/FR/TuS Jena) als wichtige, deutsche Neuzugänge "angelten".
Dominik Zeh hat die Trainerstelle von seinem Vater Horst übernommen und legte gleich die Messlatte für den ASV Hof noch ein Stückchen höher. "Die Play-off's sollen es auf jeden Fall werden - vielleicht auch etwas mehr", war vom ehemaligen DRB-Auswahlringer zu erfahren. Das Ziel Play-Off's haben sich mehrere Mannschaften gesetzt, doch nur vier Teams aus jeder der beiden Staffeln erreichen die Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2009/2010, was eine spannende Saison erwarten lässt.
Der AC Lichtenfels muss drei Abgänge verkraften, Florian Dörfler (74 kg/FR) wechselte zum Staffelkonkurrenten SV Wacker Burghausen, Lernik Vanjan zog es zum Zweitbundesligisten TKSV Bonn-Duisdorf und Erik Kamm kämpft künftig für den ASV Bindlach in der Landesliga Nord. Dagegen kommt mit Asen Kumanov ein starkes Fliegengewicht zurück, der schon 2006 für den ACL die Ringerstiefel schnürte.
"Diese Staffel scheint zum jetzigen Stand sehr ausgeglichen, es wird auf jeden Fall sehr spannend", so Markneukirchens Ringerchef Peter Meinel mit Blick auf das Feld der Oststaffel. "Die höchste deutsche Kampfklasse hatte mit der Regionalisierung der 1. Bundesliga viel Glanz eingebüßt, doch nun sind wir wieder auf einem richtigen Weg und da werden sich wohl auch die überregionalen Medien bald wieder für das Ligageschehen im Ringkampfsport interessieren", spricht der Markneukirchner vielen seiner Amtskollegen aus der Seele.
Die KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt und der KFC Leipzig bleiben ihrer Linie treu und kämpfen ausnahmslos mit Eigengewächsen, sowie Ringern aus der Region und auch beim RV Thalheim hält man sich mit Einkäufen aus dem Ausland zurück. "Daher wird es wohl wieder einen Niveau-Unterschied innerhalb der Staffel geben", sieht auch Markneukirchens Trainer Mario Willomeit den Weg dieser Teams als richtig, doch für viele derzeit als nicht umsetzbar an.